Neulich beim Durchfuttern: Das Essen beim Best Kept Secret 2017

U.

Musik und Allgemeines zum Best Kept Secret wurden hier ja bereits betrachtet, kommen wir nun also zum Wichtigsten, dem Essen.

Beim ersten Besuch vor zwei Jahren war ich geradezu überwältigt gewesen vom "Food-Lineup", das so gar nichts mit meinen früheren Essenserfahrungen bei Festivals zu tun hatte. Mittlerweile tut sich ja überall etwas im Angebot, aber noch vor zehn Jahren waren das Standardangebot Pommes Frites, Bratwurst und fettige Asia-Bratnudeln. Auch beim Hurricane 2012 (seitdem war ich nicht mehr dort) sah es noch nicht viel besser aus. Beim Best Kept Secret dagegen fühlte man sich wie im Schlaraffenland mit einer riesigen Auswahl von originellen und hochwertigen Essensangeboten. Sushi? Veggie Burger? Käsefondue? Waffeln? Maccaroni & Cheese? Cuscous? Fisch? Apfeltörtchen mit echter Schlagsahne? Ramen-Nudeln? Austern? Alles kein Problem.



Beim mittlerweile dritten Besuch kannte man natürlich den einen oder anderen Stand bereits, auch vom in der Nähe stattfindenden Down the Rabbit Hole Festival, das wir im letzten Jahr zusätzlich besucht hatten und zu dem viele der Standbetreiber ebenfalls reisen. Dennoch, wären nicht die hohen Preise gewesen, man hätte leicht das gesamte Festival mit Mahlzeiten von Ständen bestreiten können, die wir noch nicht kannten. 2017 hatte man auch etwas Organisatorisches verändert: Während bislang ein Großteil der Fressstände eine Art Einkaufsstraße gebildet hatte, die zu Stoßzeiten ganz schön voll werden konnte, hatte man dieses Jahr mehrere Zentren geschaffen: Die Straße gab es nach wie vor, sie war aber nun eine Sackgasse.



Weitere größere Fressstand-Ansammlungen konnte man aber auch im "Secret Garden" finden, außerdem war der neue "Tokio"-Bereich umgeben von asiatischen Ständen. Wie in den vergangenen Jahren gab es noch weitere Stände an der "Hauptstraße" sowie in direkter Seenähe - an letzterem Ort hatte sich eine Art "Fleischtheke" gebildet, wo man vor allem Gegrilltes kaufen konnte. Am Auffälligsten war hier ein Stand, an dem ein tätowierter Muskelmann zu lauter Metalmusik auf einem brennenden Auto grillte. Nebenan hatte man einen Stand mit von einem Haken hängenden Fleischwaren als Schlachthaus dekoriert. Wer's mag...

In jedem Fall positiv anzumerken ist, dass man quasi nie länger warten musste. Natürlich bildeten sich zu Stoßzeiten vor den beliebteren Ständen Schlangen, und häufig gab es das System, dass man nach dem Bestellen zunächst eine Nummer erhielt, die dann aufgerufen wurde. Aber stets war ausreichend Personal vorhanden, um auch eine größere Auftragszahl zügig abzuarbeiten.



Ich versagte gleich am Freitagabend im Bestreben, möglichst originell und berichtenswert zu essen. Wir waren in Holland, mir war nach salzig und fettig... also gab es Pommes Frites mit Mayonnaise - wenig originell, aber sehr gut. Billig waren sie nicht, ich glaube, der Preis lag bei 4,50 Euro. Bereits vorher hatte ich uns die ersten Getränke gekauft und dabei zum ersten Mal die "Contactless"-Funktion meiner Kreditkarte benutzt - erfolgreich. Alle weiteren Käufe wurden also damit bezahlt, dass ich meine Kreditkarte kurz auf das Kartenlesegerät hielt, das war schon alles.




Am Samstag erinnerten wir uns dann an unsere journalistische "Pflicht", neue Fressstände zu testen. Dieses Mal kaufte ich uns unterschiedliche Gerichte vom sehr putzigen Bus von "Bollyfoods". Mein Freund bekam Chicken Tikka mit Bombay Potato für 7,85 Euro, ich entschied mich für Samosas für 5 Euro. Die Chicken Tikka-Portion war, wie bei Festivals üblich, sehr klein und wurde überraschenderweise mit Cuscous serviert. Die Kartoffeln erinnerten verdächtig an Gnocchi. Die Samosas schmeckten prima, nur hatte ich eigentlich zumindest mit einer kleinen Beilage gerechnet. Mein Freund war irritiert über die Cuscous-Beilage und auch generell nicht überzeugt von der Authentizität seiner Mahlzeit.



Später gingen wir dann noch einmal Essen holen. Dieses Mal kaufte ich endlich einmal etwas beim recht auffälligen Stand "Vleesch noch Fisch", den ich in vergangenen Jahren bereits gesehen hatte. Der riesige Stand bietet nur ein Produkt an, nämlich Veggie-Gyros, das in einer riesigen Schwebpfanne angebraten wird. Er ist umgeben von Schlange stehenden Hungrigen, die in diversen Sprachen zueinander "Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das kein Fleisch sein soll" sagen, denn das Sojafleisch wirkt schon sehr echt. Wenn man endlich an der Reihe ist, bekommt man seine Portion für 8,25 Euro in ein frisches Pita gerollt, dazu gibt es veganes Zaziki. Der Testesser, mein Freund, war recht angetan, dabei mag er eigentlich kein Zaziki.



Ich dagegen aß... schon wieder Pommes! Keine Angst, dieses Mal kam ich meinem Testauftrag etwas besser nach und bestellte mir "Loaded Fries". An diesem Stand bekam man auf seine Pommes wahlweise Chili, Kimchi-Hähnchen, vietnamesisches Gemüse oder Nutella (!), ich entschied mich natürlich für das Gemüse. Pommes frites mit Topping sind übrigens jetzt modern, auch in Frankfurt wird es demnächst einen auf dieser Idee basierenden Imbiss geben. Meine Pommes kosteten 6,50 Euro und schmecken sehr gut.



A Sonntag gab es dann wieder nur eine Mahlzeit auf dem Festivalgelände - nicht, weil wir so wenig Hunger gehabt hätten, aber wir verbrachten ja etliche Stunden mit dem Warten auf Radiohead und waren dabei quasi bewegungsunfähig. Gegenüber der Hauptbühne gab es eine Reihe von Burgerständen, einer davon war vegetarisch. Meinem Freund bestellten wir dort "Kidney Houston" (8,50 Euro), einen Burger, dessen Bulette aus Bohnen, Kartoffel, Paprika, Mais und Schokolade bestand. Im Brötchen befanden sich neben typischeren Burgerzutaten auch Nachochips. Das Ganze schmeckte ein weiteres Mal exzellent. Ich entschied mich für - Nein, dieses Mal nicht für Pommes. Ich suchte den Stand "Soep & Salade" auf, bei dem ich vor zwei Jahren bereits Cuscous mit Rote Beete erworben hatte, und entschied mich dort für einen Bulgursalat mit Zucchini, Erbsen und Fenchel sowie Kräutern und Zaziki - vegan und 6 Euro teuer. Ich bin eigentlich gar kein Bulgur-Fan, aber dieser Salat schmeckte ganz phantastisch, wow!



Fazit: Auch wenn die Überwältigung angesichts der riesigen Auswahl langsam nachlässt, lässt sich das Best Kept Secret auch weiterhin als "Food Truck Festival" erleben.

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