Frankfurt Vegetarisch (21): Hummus Küch'

Habe ich tatsächlich seit 2015 keinen Beitrag zum Thema "Frankfurt Vegetarisch" veröffentlicht? Es sieht stark so aus. Zwischenzeitlich erschien mir die Kategorie fast als schlechtes Omen, denn viele der vorgestellten Lokale gibt es mittlerweile schon gar nicht mehr. Aber wir sind ja nicht abergläubisch...

Über die Hummus Küch' auf der Texterstraße in Sachsenhausen las ich zuerst im Newsletter des Journal Frankfurt. Darin stand, der gebürtige Israeli Miki Lev-Ari sei mit dem in Deutschland vorgefundenen Hummus-Angebot so unzufrieden gewesen, dass er kurzerhand sein eigenes Geschäft eröffnet habe.


Nun bin ich in Bezug aus Hummus offenbar wenig anspruchsvoll, denn ich mag selbst den aus dem Supermarkt, den Lev-Ari besonders kritisiert, meistens ganz gerne. Zweifellos ist der Markt für frischen Hummus in Frankfurt aber noch nicht übersättigt, und ich kenne auch kein anderes Lokal, das diese Zutat derart in den Vordergrund seines Angebots stellt. Keine Frage, Aroma ist super (und hat, obwohl es in diesem Blog vorgestellt wurde, mittlerweile eine zweite Filiale), aber dort würde ich eher die Falafel als das Zentrum des Sortiments sehen.

Leider komme ich aktuell nicht mehr allzu häufig nach Sachsenhausen, aber kürzlich ergab sich dann, ein Dreivierteljahr nach dem Newsletter-Artikel, doch eine Gelegenheit. Im Vorfeld hatte ich mir den Laden in der Nähe des Lokalbahnhofs ähnlich zu einer Döberbude vorgestellt, tatsächlich wirkt die Hummus Küch' aber viel moderner. Wie bei einer Dönerbude ist allerdings der Platz äußerst begrenzt: Obwohl ich erst nach 14 Uhr an einem Wochentag eintraf, die reguläre Mittagspausenzeit also bereits vorbei war, ergatterte ich nur mit Mühe einen Sitzplatz an einem der wenigen Tische. Während ich mich im Geschäft aufhielt, kamen auch immer wieder Gäste, sahen sich um und fragten optimistisch die Bedienung, ob es vielleicht doch irgendwo noch Platz gäbe - was ich angesichts des leicht überschaubaren Raums ein bisschen lustig fand.

Der Bestellprozess der Hummus Küch' ähnelt dem bei Vapiano: Man wählt und bezahlt sein Essen an der Theke und erhält dort einen Pieper, der losgeht, wenn das Essen abholbereit ist - die zugehörigen Getränke kann man sich selbst aus einem Kühlschrank nehmen. Das Speisenangebot dreht sich natürlich um Hummus. Man wählt hier zwischen einem Sandwich oder einem Teller (letzterer beinhaltet eine größere Portion und ist somit teurer) und hat die Wahl zwischen diversen Zusammenstellungen. Als Neuling wollte ich mir mit "Hummus komplett" einen Überblick verschaffen. Das Gericht besteht aus einem Teller Hummus mit Ful (angemachten Favabohnen), Kichererbsen und Schakschuka sowie einem hartgekochten Ei und kostet 8,50 Euro.


Wer gar keinen Hummus essen möchte, muss übrigens auch nicht hungern: Neben wechselnden Tagesgerichten steht auch Schakschuka (einen israelischen Paprikaeintopf mit pochierten Eiern) pur sowie ein paar andere Gerichte und auch Salate zur Auswahl. Fleischgerichte scheint es überhaupt nicht zu geben.

Mein Pieper meldete sich zügig und ich erhielt meine Hummusschale und zusätzlich ein Körbchen mit einem kleinen Fladenbrot - mit irgendetwas muss man den Hummus ja stippen. Auch wenn meine Portion auf den ersten Blick nicht sonderlich groß wirkte, war sie von der Menge her mehr als ausreichend: All die Kichererbsen und Bohnen sowie das Öl sind sehr sättigend. Geschmacklich war meine Mahlzeit exzellent und wurde komplett aufgegessen.

Tatsächlich bin ich nun ein bisschen traurig darüber, dass Sachsenhausen in meinem Alltag für mich so schlecht erreichbar ist, denn ich würde gerne nochmals in der Hummus Küch' essen. Im Sommer, zumindest entnehme ich das den vor dem Laden aufgestapelten Bierbänken, dürfte das Platzproblem auch kleiner sein.

Die Hummus Küch' ist an der Textorstraße 31.

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