Jeniferever

U.
Lag es am schönen Wetter, am Start der neuen Bundesliga-Saison oder an der relativen Unbekanntheit des schwedischen Quintetts, dass sich um kurz nach neun nur 3 weitere Personen (darunter die Barfrau und der Merchandisemann) in den Kellerräumen des Elfer Clubs eingefunden hatten? Vielleicht waren die anderen Gäste auch nur besser mit den Gepflogenheiten des Clubs vertraut, denn im Verlauf der nächsten Stunde begann zwar nicht das Konzert, aber es fanden sich rund 40 weitere Personen ein, darunter einige, von denen man aufgrund des Alters annehmen musste, dass sie eigentlich schon zu Hause im Bett liegen müssten. Doch gerade diese extrem schlanken, in Röhrenjeans steckenden Jünglinge gingen einer nach dem anderen zu den bereits aufgebauten Instrumenten, um uns gegen 22:30 Uhr mit einer ersten lauten Soundwelle zu überschwemmen („Green Meadow Island“).


Im Mittelpunkt der Band stand Kristofer Jönson, optisch eher Daniel Küblböck, dem Temperament nach auf den Spuren des jungen Conor Oberst und stimmlich an Robert Smith erinnernd (allemal besser, als wenn man aussieht wie Robert Smith und singt wie Küblböck).

Zappelig, auf einem Minihocker, Bier trinkend vor einem niedrigen Keyboard sitzend, energetisch, wenn er den Raum zwischen Band und Zuschauern für emotional aufgewühlte Gitarreneinlagen nutzte, stellte er seine auf ihre Schuhe und Instrumente starrenden Mitmusiker in den Schatten. Der Progrock, den Jeniferever uns in teilweise schmerzender und auch heute noch Ohrenrauschen erzeugender Lautstärke servierten, lässt sich vielleicht als eine Mischung aus Mogwai, Sigur Rós und The Cure beschreiben. Streicher und Bläser, wie sie auf ihrem neuen Album „Spring Tides“ zu hören sind, hatten auf der Minibühne keinen Platz und wurden daher ersatzlos gestrichen. In den kleinen Bandbus passte auch sicher niemand mehr, denn neben den 5 Bandmitgliedern waren noch zwei blonde, schlanke Freundinnen und der Merchandisemann (klar, auch spindeldürr) mit angereist. Die Begeisterung des Publikums wuchs im Verlauf des Konzertes, und so wurden zwei Zugaben („Nangijala“ und das David Bowie Cover „Ashes To Ashes“) herbeigeklatscht.


Leider ermöglicht es der Elfer genau wie auch das Cooky’s den dort spielenden Bands nicht, sich von der Bühne zurück zu ziehen, um dann für eventuelle Zugaben zurück zu kehren. In beiden Clubs müssen die Künstler etwas unbeholfen am Bühnenrand herumstehen und darauf warten, dass ihre Rückkehr eingefordert wird. Gestern Abend ging das aber sehr schnell.

Damit der Merchandiesemann auch seiner Mitfahrberechtigung gerecht wurde, haben wir im Anschluss selbstverständlich neben „Spring Tides“ auch das Debütalbum „Choose A Bright Morning“ erworben. So ist dann auch heute sicher wieder etwas mehr Platz im Tourbus gewesen.


Setlist Jeniferever:

1 Green Meadow Island
2 Honestly (?)
3 Someday (?)
4 Spring Tides
5 Alvik
6 Sparrow Hills
7 Ox-Eye
8 From Across The Sea

9 Nangijala

10 Ashes To Ashes

1 Kommentare:

  1. man merkt die regionalen unterschiede: uns erinnerte der sänger an elli! ;-D
    hach, ich fand die ganz toll.

    ps: du wirst es nicht glauben, aber unten steht ich muss "elliti" eingeben!!!!!

    AntwortenLöschen

Coprights @ 2016, Blogger Templates Designed By Templateism | Templatelib