Neulich im Gartencenter

U.
Genau einmal im Jahr gehe ich Pflanzen kaufen und suche dabei fast jedes Mal dasselbe Geschäft auf, einen in einem Gewerbegebiet liegenden, aber überraschenderweise unabhängigen, völlig kettenlosen Laden namens Sunflower.

Schon in vergangenen Jahren hatte dieses Geschäft weit mehr zu bieten als bloß Pflanzen. Nach der Parkplatzsuche, die man auf dem winzigen, völlig überfüllten und mit aggressiv aus allen Richtungen anstehenden Pflanzenkäufern bestückten Parkplatz schon allein als Abenteuerurlaub einstufen konnte, bot sich ein gewaltiger Laden mit breitem Angebot: Im Eingangsbereich gab es einen Obst- und Gemüsemarkt, der Gewohntes, aber auch recht Exotisches wie etwa ein ganzes Chilisortiment anbot, zwischen den Warenständen gab es zusätzlich Fressstände und auch Warentische mit Marmeladen, Saucen und so weiter.
Alle Bilder stammen von der Sunflower-Website.
Im Markt selbst konnte man dann sofort in ein nicht gerade kleines Restaurant oder auch die Vinothek abbiegen oder aber die angebotene Pflanzenwelt erforschen. Diese hatte es natürlich auch in sich: Natürlich gab es Balkon- und Gartenpflanzen aller Art, zusätzlich aber auch einen ganzen Kräutergarten und auch recht große Bäume. Mehr gibt es auf der Bundesgartenschau sicher auch nicht zu sehen.

Als ich letzte Woche dann Ambers sehr lustigen Blogeintrag über ihren eigenen Besuch in einem offenbar sehr ähnlichen Gartencenter las (ihres verkauft allerdings sogar lebende Hühner!), musste ich sofort auch an das so unwahrscheinlich große Warenangebot von Sunflower denken. Glücklicherweise stand mein nächster Besuch im Laden der Wunder auch unmittelbar bevor.


Beim gestrigen Einkauf zeigte sich dann, dass auch bei Sunflower die Zeit nicht stehen bleibt: Der Erlebnisparcours Parkplatz ist nun durch ein neues Einbahnstraßensystem geradezu erträglich, und innen kann man nun auch noch mehr Bedürfnisse befriedigen, von denen man noch gar nicht wusste, dass sie überhaupt bestanden: Nach den Essensständen folgt nun im Eingangsbereich noch eine Art Boutique, wo man zum Beispiel Handtaschen erwerben kann. Zusätzlich ist es möglich, vom Eigentümer selbst gestaltete Gemälde zu kaufen. Außerdem kann man auch für seinen Urlaub Gartenreisen buchen und sogar – und ich mache keine Witze – auch gleich vor Ort seine Hochzeit feiern.

Sollte ich jemals heiraten, freue ich mich schon, auf die Einladungskärtchen „am xx.xx. um 12:30 im Gartencenter“ drucken zu lassen. Bei so viel Pracht können diese blöden Adels-Hochzeitspaare sofort einpacken.


Gestern Abend, nach der Rückkehr aus dem Wunderland Gartencenter, bekam ich übrigens den schlimmsten Migräneanfall seit Jahren, der sich mit den sonst absolut zuverlässigen Tabletten meines Vertrauens dieses Mal gar nicht bekämpfen ließ. Auslösender Grund war sicher die Reizüberflutung des Disney Lands unter den Gartencentern...

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