Gelesen: September 2017


Endlich kann ich wieder einmal von einem gedruckten, selbst gelesenen Buch berichten. Es handelt sich um The Paying Guests von Sarah Waters. Der Roman spielt in London nach dem Ersten Weltkrieg. Frances Wray und ihre Mutter leben in einer standesgemäßen Villa am südlichen Stadtrand - doch durch den Tod des Vaters und dessen voraus gegangene finanzielle Fehlentscheidungen fehlt den beiden das Geld, um ihren standesgemäßen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Frances verbringt ihre gesamte Zeit damit, das Haus in Ordnung zu halten, so gut das eben ohne Personal geht. Dabei hatte sie sich eigentlich in eine andere junge Frau verliebt und geplant, ihre Familie zugunsten eines neuen Lebens zu verlassen - der Tod des Vaters und der beiden Brüder, die im Krieg gefallen sind, haben sie aber dauerhaft an die Mutter gebunden.

Um die finanziellen Schwierigkeiten etwas zu lindern, nehmen Mutter und Tochter Untermieter auf und vermieten den obersten Stock des Hauses an ein junges Ehepaar der aufstrebenden Arbeiterklasse, die Barbers. Leonard Barber geht Frances von Anfang an auf die Nerven, zu Lilian dagegen knüpft sie eine Freundschaft, aus der bald mehr wird, ohne dass die beiden sich einigen können, ob es für sie eine gemeinsame Zukunft gibt - und dann passiert auch noch ein schrecklicher Unfall.

Von Sarah Waters kannte ich bereits drei weitere Bücher - Fingersmith, The Night Watch und The Little Stranger - und natürlich gefällt mir auch dieser Roman wieder recht gut, denn Waters versteht es, Figuren interessant zu gestalten und die historischen Settings ihrer Romane mit Hilfe von sorgfältiger Recherche so zu gestalten, dass sie realistisch wirken. Dennoch landet The Paying Guests in meinem persönlichen Ranking der bisher gelesenen Romane nur auf Rang 3 (vor The Little Stranger): Allzu lange tritt die Handlung auf der Stelle.

Dennoch ein lesenswertes Buch, und sicher auch nicht das letzte von Sarah Waters, das ich gelesen habe.

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