Neulich im Kaffeehaus (11): Café Neko

U.

Im vorerst letzten Teil meiner Wiener Kaffeehausreihe stelle ich ein Café der unkonventionelleren Art vor. Was in Japan allgemein bekannt ist, wir langsam auch im deutschsprachigen Raum beliebt: Das Katzencafé.

Hier können großstädtische Katzenfreunde, die keine Möglichkeit zur Haltung eines eigenen Tieres haben, die Gegenwart der Samtpfoten genießen, sie streicheln und mit ihnen spielen. Und das geht nun auch außerhalb Japans, beispielsweise in der Wiener Innenstadt, wobei das Café von einer Japanerin betrieben wird.


Die vorhandenen fünf Katzen stammen alle aus dem Tierheim und wohnen fest im Café. Dort haben sie zahlreiche Kletter- und Rückzugsmöglichkiten, so dass sie sich keineswegs zwangsweise mit den Gästen auseinandersetzen müssen. Soweit ich die Katzen und das Verhalten der Betreiberin sehen konnte, hatte ich den Eindruck, dass die Tiere geliebt und geschätzt werden und keineswegs nur als putzige Umsatzmacher gehalten werden.


Das ganze Lokal ist von Kletterbäumen, Wandbrettern und Röhren durchzogen, für die Gäste stehen Spielangeln und anderes Katzenspielzeug zur Verfügung, Leckerlis können bestellt werden. Das Katzenthema hat auch starken Einfluss auf die Dekoration, so sind unter anderem die Filzuntersetzer der Kaffeegläser Katzenumrisse. Das Ganze wirkt aber nicht, wie das häufig bei Dekoelementen mit Katzenmotiven passiert, kitschig.

Die Sache mit den vorhandenen Rückzugsmöglichkeiten ist aber natürlich zweischneidig: Von den fünf in der Speisekarte vorgestellten Katzen waren bei unserem Besuch nur drei überhaupt zu sehen. Davon hatte sich eine fest bei zwei älteren Damen niedergelassen, eine weitere war nicht sonderlich kontaktfreudig und wollte eigentlich nur von den Angestellten bespaßt werden. Nur der rote Thomas hatte ein wenig Professionalität im Leib und machte pflichtbewusst seine Runden um die besetzten Tische - auf Streicheln oder Spielen hatte er aber keine Lust.


Und so war das Café bei unserem Besuch bevölkert von Gästen, die zwar gerne mit einer Katze spielen wollten, aber dabei nicht sonderlich erfolgreich waren. Wobei die Tatsache, dass es den Katzen selbst überlassen ist, was sie tun, natürlich grundsätzlich begrüßenswert ist, und als Katzenfan weiß man die Unabhängigkeit dieser Tiere ja auch durchaus zu schätzen.

Man kann im Neko übrigens Kaffee trinken und Kuchen bestellen wie überall sonst. Der Kuchen kommt dabei, sicherlich aus Gründen der Hygiene, unter einer kleinen Glaskuppel an den Tisch.

Insgesamt ein durchaus schönes und angenehmes Lokal, allerdings sollte man  bezüglich der kätzischen Unterhaltung nicht zu viel erwarten - oder vielleicht mehrmals kommen.


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