Fleischeslust: "Ohne" und Rügenwalder im Veggie-Wurst-Vergleich

U.
Heute geht es in einem weiteren gnadenlosen Vergleichstest wieder einmal um fleischlose "Wurst aufs Brot" Lösungen.


In der einen Ecke haben wir eine Marke, die wohl jeder kennt, und zwar nicht wegen ihrer vegetarischen Produktauswahl: Rügenwalder. Seit meinem eigenen Schritt ins Vegetarierdasein erfüllte mich die alberne Fernsehwerbung, in der entweder die drei Musketiere irgendwas mit Würsten machen oder aber Jörg Pilawa Kinder mit Fertigfrikadellen füttert stets mit Unbehagen. Dennoch muss man der Firma anrechnen, dass sie über den eigenen (Wurst-) Tellerrand hinaus schaut: Ihr Geschäftsführer Christian Rauffus unterstützt überraschenderweise Vorschläge zu einem Veggie-Day in Kantinen und entwickelt angesichts des in Deutschland schrumpfenden Wurstmarktes vegetarische Alternativen - was doch allemal sympathischer ist, als sich eben neue Absatzmärkte im Ausland zu suchen.

Aktuell hat Rügenwalder den vegetarischen Schinkenspicker in verschiedenen Variationen im Angebot, seit dem 9. Februar müsste es auch Pilawas Frikadellenbecher in einer Soja-Variante geben. Die Schinkenspicker sind nicht vegan, sondern ersetzen das Fleischeiweiß durch Ei (und zwar durch Freiland- aber nicht Bioeier). Laut einem Welt-Artikel (hier) wird aber zusätzlich auch mit veganen Wurstsorten experimentiert.

Wenden wir unseren Blick nun auf den Gegner, die "Ohne" von der vielleicht etwas weniger bekannten Marke Landhof. Der österreichische Lebensmittelkonzern Vivatis, zu dem Landhof gehört, verkauft genau wie Rügenwalder in erster Linie Fleisch und Wurst. Beim Angebot von Fleischalternativen dürften also sehr ähnliche Überlegungen im Hintergrund gestanden haben wie bei der deutschen Konkurrenz. Im deutschen Supermarkt habe ich "Ohne" bislang in den Sorten "Feine", "Pikant" und "Chili" gesehen, in Österreich gibt es anscheinend zusätzlich auch Streich"wurst" und Leberkäse.

Sieht man sich die Inhaltsstoffe an, zeigt sich, dass auch "Ohne" das Fleisch durch andere tierische Zutaten ersetzt, in diesem Fall Milcheiweiß und ebenfalls Hühnereiweiß. Diese Wurstprodukte enthalten zusätzlich unter anderem Geschmacksverstärker (E 621).


Kommen wir zum Geschmacksvergleich. Beide Produkte lassen sich ohne Probleme mit echter Wurst verwechseln, gerade der Schinkenspicker (im Bild oben) riecht so "wurstig" dass es schon beinahe unheimlich ist. Die Rügenwalder-Scheiben sind ziemlich dick geraten, während "Ohne" hauchfeine Scheiben aufweist, die man je nach Präferenz auch doppelt legen kann. Beide Sorten schmecken durchaus lecker und eben wie Wurst. Während bei mir der Schinkenspicker leicht vorne liegt, bevorzugt mein Mittester die "Ohne".

Als Wermutstropfen bleibt, dass beide Produkte nicht vegan sind - gut, so ernähre ich mich auch nicht, aber bei den Zutaten Milch und Ei kann ich mir kaum vorstellen, dass sie aus sonderlich tiergerechter Haltung stammen. Hinzu kommt, dass Hobelz bereits bewiesen hat, dass man auch ganz ohne Milch und Ei eine überaus schmackhafte "Wurst" zaubern kann.

Nichtsdestotrotz sind sowohl die vegetarische Schinkenspicker als auch die "Ohne"-Produkte schmackhafte Wurstalternativen aus dem Supermarkt.


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