Da waren wir noch glücklich vereint. Wie bereits erwähnt, war ich kürzlich im Wanderurlaub. Der Veranstalter meiner Cornwall-Reise flog ...

Neulich als mein Koffer Extraurlaub brauchte

Da waren wir noch glücklich vereint.
Wie bereits erwähnt, war ich kürzlich im Wanderurlaub. Der Veranstalter meiner Cornwall-Reise flog die Gäste ins vier Stunden entfernte Bristol ein, wobei die diversen Zubringerflüge von den deutschen Flughäfen zunächst in Amsterdam landeten. Von dort aus stiegen alle Reiseteilnehmer gemeinsam nach Bristol um.

Nun sind Flüge mit Umsteigen und aufgegebenem Gepäck ein wenig bekannt dafür, dass nicht immer alles funktioniert und auch einmal ein Koffer die meist knapp geplanten Transfers nicht schafft. Obwohl ich vorab im Internet nachgelesen hatte, dass insgesamt betrachtet heutzutage viel weniger Fluggepäck verloren geht als noch vor zehn Jahren, war ich doch besorgt genug, dass ich beim Start noch schnell ein Foto von meiner gepackten Reisetasche machte - für den Fall, dass ich es am Gepäckschalter brauchen könnte.

Beim Hinflug ging aber alles gut, mein Koffer war in Bristol einer der ersten, die aufs Gepäckband kamen. Beim Rückflug von Bristol aus war meine Sorge dann kleiner, denn erstens hatte die Reise in die Gegenrichtung ja bereits geklappt und zweitens ist verspätetes Gepäck auf dem Heimflug ja tendenziell weniger schlimm - daheim hat man ohnehin andere Kleidung und Kosmetika, um einen Tag Wartezeit auf eine Tasche voll Dreckwäsche zu verschmerzen.

Der Anschlussflug landete gegen 21:45 in Frankfurt und ich hatte geringe Hoffnung, vielleicht noch einen Zug um 22:30 vom Bahnhof des Flughafens erwischen zu können. Ungeduldig wartete ich am Gepäckband... und wartete... und wartete... mit mir blieben auch alle anderen Mitglieder meiner Reisegruppe, die von Bristol über Amsterdam nach Frankfurt geflogen waren, wartend stehen. Schließlich kam eine gute gelaunte Reisende auf uns zu und sagte, man habe ihr eben am Gepäckschalter gesagt, dass zehn Koffer nicht mitgekommen seien, wir sollten doch einmal nachfragen.

Die kleine Gruppe ging also zum Schalter, wo eine ebenfalls gut gelaunte Angestellte bestätigte, dass wir alle auf ihrer Liste seien - kein einziger Koffer aus Bristol hatte den Umstieg in Amsterdam geschafft. Wir mussten nun unsere Adressen aufschreiben und bekamen erklärt, dass das Gepäck, das sich noch in Amsterdam befände, mit dem nächsten Flug nach Frankfurt käme. Für Fluggäste, die bis zu 100 Kilometer entfernt wohnten, sei der Flughafen selbst zuständig und werde die Koffer am nächsten Tag (Sonntag) anliefern, über 100 Kilometer würden die Gepäckstücke DHL übergeben, das würde dann sicherlich bis Montag dauern.

Ich wohne 86 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. Etwas ärgerlich war ich schon, dass es einerseits eine Liste mit den nicht ausgelieferten Koffern gab und man uns andererseits dennoch hatte am Gepäckband stehen lassen - hätte man uns von Anfang an zum Schalter gerufen, hätte ich vermutlich noch meinen Zug erreicht. Aber egal, am nächsten Tag würde ich ja meinen Koffer nach Hause geliefert bekommen und hatte zudem einen Link und einen Code, so dass ich im Internet genau verfolgen konnte, wo sich mein Koffer befand und was nun mit ihm passierte.

Das war... nicht viel. Den kompletten Sonntag lang änderte sich am Status überhaupt nichts, erst volle 24 Stunden nach meinem Flug des Vortags reiste mein Koffer nach Frankfurt - dabei gibt es sicherlich mehr als einen Flug täglich von Amsterdam nach Frankfurt. An eine Auslieferung am selben Tag war natürlich nicht mehr zu denken, und ohnehin hatte es offenkundig niemand eilig: Nun blieb der Koffer weitere 24 Stunden in Frankfurt. Am späten Montagabend bekam ich eine SMS: Der Koffer sei jetzt DPD übergeben worden. So weit also zu den beschriebenen Alternativen Hauslieferung oder DHL.

Das Wort "Rush" ist wohl als gut gemeinter Vorschlag zu verstehen. Oder als Bandname.
Nachdem ich tagsüber normalerweise nicht zu Hause bin, machte ich mir Sorgen, dass ich die Auslieferung verpassen und meinen Koffer letztlich am Wochenende in irgendeinem Depot abholen müsste. Also nutzte ich die von DPD angebotene Möglichkeit, eine andere Lieferadresse anzugeben und ließ mir den Koffer statt in den Westerwald an meinen Arbeitsplatz nach Frankfurt liefern. Das würde vom Flughafen aus ja auch sicherlich besonders schnell gehen. Leider befand sich mein Gepäck zu diesem Zeitpunkt aber wohl schon in einem Laster Richtung Rheinland Pfalz, denn als ich am nächsten Tag den Status checkte, schien sich meine Tasche in Koblenz zu befinden. Mist.

Erst am Mittwoch gab es dann mittags ein Happy End: Mein Koffer kam unversehrt und drei Tage nach mir im Büro an. Nachdem der ganze Urlaub nur eine Woche gedauert hatte, hatte mein Gepäck also einfach noch die Hälfte drangehängt...

0 Kommentare: