Gesehen: Dezember 2017

Im Dezember sah ich, wie vermutlich halb Deutschland, die erste deutsche Netflix-Serie Dark. Vorab hatte ich im Netz Vergleiche zu Stranger Things sowie der 80er Jahre Filmreihe Zurück in die Zukunft gelesen, die beide auch irgendwie ihre Berechtigung haben... dennoch erzählt Dark eine eigene und andere Geschichte. Das geschieht auf drei Zeitebenen, nämlich in der Gegenwart (na gut, 2019), 1986 und später auch 1953. Die Handlung ereignet sich immer am selben Ort, einer fiktiven deutschen Kleinstadt namens Winden, in der sich ein Atomkraftwerk befindet (1953 ist es noch in Planung).


Zu Beginn der Handlung (2019) ist ein Schüler des Ortes bereits verschwunden, ein weiterer erleidet in der ersten Folge dasselbe Schicksal. Dessen Eltern fühlen sich schmerzhaft an das Jahr 1986 erinnert, als der Bruder des Vater ebenfalls verschwand. Gleichzeitig taucht die Leiche eines Jungen auf, der aber nicht der Verschwundene ist, und ein Bewohner des Ortes begeht überraschend Selbstmord und hinterlässt einen merkwürdigen Abschiedsbrief.

Schnell wird für den Zuschauer klar, dass zum einen diverse Bewohner des Ortes, oft auch versehentlich, zwischen den Zeitebenen hin- und herreisen können, und dass zu allen Zeitpunkten der Geschichte außerdem jemand Kinder und Jugendliche bewusst entführt und tötet. Weit weniger klar wird, was das alles soll, und das Verständnis der Geschichte wird erheblich dadurch erschwert, dass zwar auf allen drei Zeitebenen dieselben Figuren, beziehungsweise deren Eltern, Großeltern und Kinder, agieren, man aber ständig überlegen muss, wer jetzt nochmal wer war. Am besten wäre es wohl, man schriebe mit, um dann schnell nochmals nachsehen zu können, dass die zickige Hotelbesitzerin des Jahres 2019 im Jahr 1986 ein lockiges Außenseiterkind war. Die Serie gibt sich zwar durchaus Mühe, die Figurenparallelen aufzuzeigen, letztlich kann man alles verstehen, aber es ist doch sehr mühsam.


Auch wenn im Laufe der Handlung manches erklärt wird und sich dem Zuschauer zusätzliche Figurenparallelen erschließen, ist man am Ende der Staffel bei weitem nicht in der Lage, die gesamte Geschichte zu verstehen. Eine zweite Staffel ist bereits angekündigt, also war den Machern vermutlich klar, dass sie noch mehr Zeit haben würden, das Angefangene zu beenden. Dennoch ist es ein wenig frustrierend, mit so vielen losen Enden zurückgelassen zu werden.

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