Romanverfilmungen sind eine schwierige Sache, vor allem bei Lieblingsbüchern: Wie leicht kann man Fans von Büchern völlig verschrecken, ind...

Bücherfragebogen (29): Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt?


Romanverfilmungen sind eine schwierige Sache, vor allem bei Lieblingsbüchern: Wie leicht kann man Fans von Büchern völlig verschrecken, indem eine Rolle falsch besetzt oder ein Handlungselement umgestaltet wird. Und doch sind die Verfilmungen von Romanreihen wie Harry Potter, Lord of the Rings oder auch (seufz) Twilight für die Studios sichere Kassenfüller - wer die Bücher schon verschlungen hat, tut sich die Illustrationen dazu häufig auch noch an. Im Übrigen beruhen auch erfolgreiche Fernsehserien wie Dexter und True Blood auf Romanreihen, und in diesen beiden Fällen kann ich versichern, dass die Vorlagen durch die Umsetzung ausschließlich gewonnen haben.

Nicht selten geht diese Verfilmungssache aber auch gehörig daneben. Kenneth Branagh als Hamlet ging mir fürchterlich auf die Nerven, und gerüchteweise soll die Buchvorlage von Eat Pray Love zumindest nicht ganz so nichts-sagend, inhaltsarm, langweilig und einfach schlimm sein wie der Film.

Besonders enttäuscht war ich auch von der Verfilmung von Captain Corelli's Mandolin (Corellis Mandoline), die 2001 in die Kinos kam. Das Buch des durchaus respektablen Louis de Bernières dreht sich um die Liebesgeschichte zwischen einem italienischen Soldaten und einer Griechin im zweiten Weltkrieg: Die Italiener haben die griechische Insel besetzt, und der als Soldat fehlbesetzte Corelli muss sich das Vertrauen der Griechen erst langsam erarbeiten. Die Charaktere werden liebevoll vorgestellt, und als Leser vergisst man  auch in keiner Sekunde, dass gerade ein schrecklicher Krieg stattfindet, dessen Grausamkeiten auch die Protagonisten unvermeidlich einholen. Der Roman ist folglich um einiges weniger kitschig, als man das beim Wort "Liebesgeschichte" erwarten würde.

Ganz anders der Film mit Nicholas Cage und Penelope Cruz in den Hauptrollen. Man dachte sich wohl, dass das Publikum sowieso nur sehen möchte, wie sich das Liebespaar "kriegt", also ließ man die unschöneren Kriegsdetails einfach weg - die historische Situation wird zur Kennenlern-Kulisse. Was den Film für mich aber endgültig unerträglich machte, war, dass in der englischen Originalversion die Figuren allesamt mit Akzent sprachen. Was sollte das bitte? Hätten sie einfache normales Englisch gesprochen, hätte ich das leicht ignorieren und mir vorstellen können, dass die Handlung "eigentlich" in einer anderen Sprache stattfindet. Aber das blöde Akzentgetue hatte für mich keinerlei Sinn: Ausländer sprechen alle Englisch, nur eben schlechter??

Selten bin ich so wütend aus dem Kino gekommen.





1 Kommentar:

  1. Stimmt. War aber vorher schon bekannt, dass der Film und das Buch kein(e) "marriage made in heaven" sind. Das Gleiche gilt allerdings auch für "Atonement". Weniger schlimm finde ich die Verfilmung von "The Namesake": Der Film ist eigentlich OK, schade nur, dass das Buch nicht mehr als nur den Plot lieferte (oder vielleicht auch besser so, das Buch ist viel zu schön, um es cineastisch zu verunstalten). Das Kuriosiste ist für mich "Schmidt" (oder "About Schmidt"): sowohl das Buch, als auch der Film genial, aber miteinander im Grunde fast gar nichts gemeinsam haben.

    P.S.: Das neue Blog-Design ist ganz OK, das Blog sowieso...

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