Der September war lesetechnisch ein recht produktiver Monat für mich: Ich las Neil Gaimans The  Ocean at the End of the Lane sowie Emma Don...

Gelesen: September 2016

Der September war lesetechnisch ein recht produktiver Monat für mich: Ich las Neil Gaimans The  Ocean at the End of the Lane sowie Emma Donoghues Room. Außerdem hörte ich noch das Hörbuch End of Watch von Stephen King, das den letzten Teil seiner Trilogie um den Rentnerdetektiv Bill Hodges darstellt, aber das würde nun wirklich zu weit führen - konzentrieren wir uns also auf die beiden "Papierbücher".



Diese haben auf den ersten Blick nicht sonderlich viel gemeinsam, außer, dass sie Bestseller sind. Tatsächlich beeindruckte mich bei beiden aber die jeweils realistische und kitschfreie Darstellung kindlicher Denkweisen und kindlichen Verhaltens.

Gaimans Geschichte ist eine Art Märchen, die aber nicht für Kinder gedacht ist. Tatsächlich schrieb er die Handlung um einen Jungen, der zufällig in Kontakt zu den mysteriösen Hepstocks gerät und beinahe zum Opfer eines Eindringlings aus einer fremden Welt wird, aber, um seiner Frau Amanda Palmer begreiflich zu machen, wie er als Kind war. Und tatsächlich weckt das Buch außerhalb seiner übersinnlichen Handlung Erinnerungen daran, wie machtlos man sich als Kind fühlte, wenn Erwachsene irgendetwas für einen beschlossen - und wie einsam das Kind-sein oftmals sein kann.

Der Ich-Erzähler von Room ist ebenfalls ein kleiner Junge, der in seinem Leben noch nichts außer dem Zimmer, in dem er lebt, kennen gelernt hat. Und auch Emma Donoghue gelingt es ganz großartig, sich in ein Kind hinein zu versetzen, das fast nichts aus der "normalen Welt" kennt, wobei sich das Grauen hier nicht in den Wahrnehmungen des Erzählers abspielt, sondern in dem, was der Leser daraus ableiten kann.

Beide Bücher sind auf ihre Art sehr lesenswert, sowohl spannend als auch anspruchsvoll. Ein schöner Lesemonat.

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