Ich habe eine gewisse Neigung zum Design-Budgethotel. Vor einigen Jahren besuchte ich die Hamburger Superbude , in der man die Farbe seines ...

Roxanne, put on the yellow... blue.... purple... green light!

Ich habe eine gewisse Neigung zum Design-Budgethotel. Vor einigen Jahren besuchte ich die Hamburger Superbude, in der man die Farbe seines Zimmer wählen konnte und auf Bierkistenhockern saß. Gerade verweile ich wieder in einem eher ungewöhnlichen Hotel, dem Citizen M. Auch hier hat man versucht, an einigen Dingen zu sparen, die Hotelerfahrung aber insgesamt als ebenso schönes wie einzigartiges Erlebnis zu gestalten.

Außenfassade: große Fenster, kleine Zimmer
Das Hotel liegt in Amsterdam nicht gerade zentral, ist aber durch eine kurze Straßenbahnfahrt von der Innenstadt aus leicht zu erreichen. Bei der Ankunft checkt man zunächst selbst an einem Terminal ein und bezahlt auch gleich mit Karte. Mit der Schlüsselkarte geht es ganz normal ins Zimmer, das allerdings schon auf den ersten Blick einen ungewöhnlichen Eindruck bietet: Der Raum ist recht schmal, und am Ende nimmt ein großes Bett die gesamte Fensterfront ein. Den verbleibenden Zimmerplatz nehmen ein Minischreibtisch, winziges Waschbecken und zwei futuristische Säulen in Anspruch, von denen die eine die durchsichtige Dusche und die (dankenswerterweise weniger transparente) andere die Toilette beinhaltet.

Die Betthöhle ...
Mit dieser sparsamen Raumaufteilung, die kaum ermöglicht, viel Gepäck zu verstauen, kann man auf eine Etage unheimlich viele Zimmer quetschen, aber um das Hotel nicht einfach ärmlich wirken zu lassen, hat man neben dem Riesenbett, über dem ein recht großer Flatscreen hängt, noch einige andere lustige Extras realisiert: Die Beleuchtung von Dusche und Toilette kann von der Farbe her frei gewählt werden oder auch so eingestellt, dass sie diskret, aber kontinuierlich wechselt. Gesteuert wird das, wie auch die Raumtemperatur, der Rolladen und die Musikuntermalung, mit der Fernbedienung des Fernsehers.

Dusche und Toilette im Farbwechsel
Dieser ist auch etwas anders als gewohnt: Er bietet neben vielen Programmen auch Filme, die nicht separat bezahlt werden müssen. WLAN ist ebenfalls umsonst und kann, wenn man keinen Rechner dabei hat, auch an einigen Macs in der Lobby genutzt werden. Und auch die Hinweisschilder zur Nutzung des Zimmers und des ganzen Hotels sind "anders", so besagt das "Bitte nicht stören"-Schild hier "Don't come in, there's someone naked in here."

Das Restaurant
Natürlich hat man sich hier auch zum Thema Restaurant und Minibar etwas anderes ausgedacht: Im Lobbybereich (der mit seinen zahlreichen Sitzecken übrigens anders als in anderen Hotels tatsächlich gemütlich ist) gibt es eine Art Kantine, in der man Frühstücksutensilien oder auch Hauptmahlzeiten auf ein Tablett laden und dann an der Bar Getränke dazu bestellen kann. Die Speisen und Getränke sind allerdings so teuer, dass man kaum Spaß daran hat - 9 Euro für eine winzige Portion Spaghetti Bolognese finde ich zum Beispiel zu viel.

Macs für alle
Ansonsten gefällt mir aber vieles sehr gut, und wenn man außen am Hotel vorbei geht und an den großen Fenstern durch die Jalousinen sieht, wie viele Gäste Wand an Wand gemütlich auf ihren Riesenbetten fernsehen, erscheint einem dieses Design geradezu ideal. Ich kenne mich mit japanischen Kapselhotels nicht sonderlich gut aus, könnte mir aber vorstellen, dass die Inspiration für die Citizen M-Kette von dort kommt.

Lobby

Natürlich ist nicht alles großartig: Etwas mehr Stauraum wäre, wie schon erwähnt, wünschenswert, und eine Toilette im Zimmer ist nun mal... eine Toilette im Zimmer. Nichtsdestotrotz würde ich durchaus erwägen, ein Citizen M in einer anderen Stadt zu besuchen, wenn es sich irgendwann einmal ergibt. Die Kette ist nämlich auch in Glasgow vertreten und plant weitere Hotels in London, Paris, New York und anderswo.

0 Kommentare: