Bücherfragebogen (27): Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist

U.

Voran, voran! Das mit den Idealen ist fast so schwierig wie die bereits abgehandelte Frage nach der Figur, die mich gut beschreibt. Nur fast, weil man sich für das Ideal selbst weniger anmaßen muss.

Ich wähle für diese Kategorie V for Vendetta von Alan Moore. Ich werde nicht einmal versuchen, zu behaupten, dass ich die Geschichte vor der Filmversion (die zudem noch wesentlich einfacher zu verstehen ist) kannte. Die für mich packendste Szene ist aber in Comic und Film annähernd gleich: Die Hauptfigur Evey sitzt im Gefängnis, wo sie vor der Polizei eines totalitären Englands aussagen soll, und findet scheinbar zufällig in ihrer Zelle den Brief einer ehemaligen Insassin, Valerie, der in ihrem Leben alles außer ihre Integrität genommen wurde. Die Szene ist viel rührender, als ich das hier beschreiben kann, deshalb hier ein Youtube-Link mit der Filmversion.


Evey wird durch den Brief fähig, ihre eigene Folter zu überstehen und erkennt erstmalig, dass auch sie etwas in sich trägt, das ihr niemand nehmen kann. (Später stellt sich heraus, dass ihre ganze Gefangennahme fingiert war, nur, damit sie eben diesen Brief liest und versteht.)

Und was ist daran nun ein Ideal? Integrität, ganz klar. Ich finde, je älter man wird, desto kompromisslastiger wird das Leben, und wahrscheinlich ist das auch normal und nicht einmal schlimm. Dennoch sollte, nein, muss man wissen, wo die eigenen inneren Grenzen liegen, was man noch mitmachen kann und was eben nicht mehr.


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