Der Besuch beim Doktor

U.
Ich hatte über meine Vorfreude auf den neuen Terry Gilliam-Film ja bereits berichtet, und am letzten Wochenende war es dann so weit: Ich konnte mir Das Kabinett des Dr. Parnassus selbst ansehen.

Was wenig überraschte: Wie alle Kritiker geschrieben hatten, ist der Film visuell ein Genuss. Bei vielen Ideen dachte ich mir, dass andere Autoren / Regisseure darauf einen ganzen Film basiert hätten, und hier wurden sie im Minutentakt verbraten. Schön war auch, dass einiges an frühere Filme erinnerte - zum Beispiel lässt der Kontrast zwischen "Phantasiewelt" und der grauen britischen Realität an den König der Fischer denken -  ohne dabei zum Abklatsch zu werden.



Was (mich) überraschte: Der Ausfall von Heath Ledger und das Einspringen der Ersatzschauspieler funktionierte unerwartet gut. Es fehlten offenbar nur noch Szenen von Ledgers Figur Tony in der Phantasiewelt des Kabinetts, und dass er dort eben anders aussah, erschien im Kontext der Geschichte plausibel.

Was (dann doch) enttäuschte: Die Geschichte gefiel mir über weite Strecken des Films ganz gut, kam aber zu einem zusammengeschustert wirkenden Ende. Sicherlich kann man bei einer Handlung, die die Übergänge von Phantasie und Realität erforscht, nicht erwarten, dass sich alles eindeutig interpretieren lässt. Aber das Ende wirkte auf mich abrupt und unverständlich, als wäre jemand eingefallen "Ach ja, ein Ende brauchen wir ja auch noch!" Schade, denn dieses Problem hätte man leicht und ohne Heath Ledger lösen können.

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